Gemeinschaft und Vereinsamung in
Einrichtungen der stationären Altenhilfe
Freie Universität Berlin
Institut für Soziologie
Diplomarbeit
eingereicht im Februar 2005
Erstgutachter: Dr. Harald Künemund
Note: 1.0
Die Meinung, dass es auf jeden Einzelnen selbst ankomme, ist häufig anzutreffen, wenn es um die Frage geht, wie erfolgreich ein Mensch befriedigende soziale Kontakte findet. Tatsächlich scheint es Stile der Kontaktaufnahme und Kontaktpflege zu geben, die das Knüpfen neuer Kontakte erleichtern oder erschweren. Daneben gibt es aber auch Rahmenbedingungen, die die Kontaktchancen eines jeden Einzelnen beeinflussen oder gar festlegen.
Insbesondere das Leben im Heim wird in diesem Zusammenhang mit negativen Aspekten wie Langeweile, Vereinsamung und Hilflosigkeit in Verbindung gebracht: Obwohl es für Bewohner in stationären Einrichtungen aufgrund der räumlichen Nähe und der viel zur Verfügung stehenden freien Zeit viele Möglichkeiten gäbe, Menschen zu treffen und kennen zu lernen, werden diese Möglichkeiten aber offenbar kaum genutzt.
Die sozialen Beziehungen im Heim wurden in einer qualitativen Studie auf jene Faktoren hin untersucht, die soziale Beziehungen fördern oder hemmen und die somit als ursächlich für Einsamkeit gelten können. Heimbewohner scheinen nach unseren Ergebnissen aufgrund verschiedener Rahmenbedingungen oft nicht in der Lage zu sein, befriedigende Beziehungen zu anderen Bewohnern herzustellen. Dabei lassen sich personenbedingte, heimstrukturelle und umweltbedingte Faktoren differenzieren, deren Berücksichtigung in der Praxis ein Stück weit mehr Lebensqualität im Heim ermöglichen könnte.
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