3. Untersuchungsdesign
3.2.2. Vorgehensweise bei der Erhebung der Daten
Wir wollen im Zuge dieser Untersuchung einen bisher wenig erforschten empirischen Sachverhalt erkunden und die dafür notwendigen Daten im sozialen Feld erheben. "Ziel der Feldforschung ist es, soziale Prozesse und Strukturen aus dem Alltagsleben von Personen, d.h. aus der sozialen Realität, wie sie unabhängig vom wissenschaftlichen Forschungsprozess besteht, zu erfassen und zu analysieren. Charakteristisch für Feldstudien ist daher, dass die empirischen Daten über die ,natürliche' Umwelt und möglichst auch in der ,natürlichen' sozialen Umwelt der Untersuchungsobjekte erhoben werden" (Kromrey 1998: 500).
Um Feldforschung betreiben zu können, lag es anhand unseres Untersuchungsgegenstandes nahe, Kontakt zu Einrichtungen der stationären Altenhilfe aufzunehmen. Insgesamt haben wir in zwei Einrichtungen Feldarbeit betrieben. Die Auswahl der dafür in Frage kommenden Einrichtungen erfolgte nicht über einen kontrollierten Zufallsprozess, sondern wurde von uns überwiegend aus praktikablen Gründen getroffen. Die Auswahl der ersten Einrichtung erfolgte auf Grund von Kontakten im Bekanntenkreis zu der Heimleitung des Seniorenheims, wodurch wir die Möglichkeit eines unkomplizierten Feldzugangs nutzen konnten. Die Kontaktaufnahme zur zweiten Einrichtung verlief ähnlich. Auch hier erleichterte uns jemand aus dem Bekanntenkreis, der in dem Seniorenzentrum zu der Zeit ein "Freiwilliges Soziales Jahr" absolvierte, den Feldzugang.
Bei den beiden ausgewählten Heimen handelt es sich um institutionelle vollstationäre Einrichtungen, in denen Bewohner mit unterschiedlichen Pflegestufen untergebracht sind. Es werden in beiden Einrichtungen Heimbewohner aufgenommen, die auf eine vollstationäre Pflege angewiesen sind und entsprechend ihrer Hilfs- und Pflegebedürftigkeit versorgt werden können.
Die Daten, auf denen diese Arbeit basiert, wurden zu zwei unterschiedlichen Zeiträumen in ausgewählten zwei Berliner Einrichtungen erhoben. Die erste Erhebung war im Oktober 2002, die zweite im Juni 2004 durchgeführt worden. Insgesamt haben wir 12 Bewohner und zwei Experten interviewt, wobei die Anzahl der Interviews sich gleichmäßig auf beide Einrichtungen verteilt hat. Im Juni 2004 haben wir noch zusätzlich drei Beobachtungen durchgeführt. Zwei Mal haben wir für ca. je eine Stunde alle Aktivitäten, die sich in diesem Zeitraum in den Gemeinschaftsräumen und den Gängen des Wohnbereichs ereignet hatten, detailliert protokolliert. Im Zuge der dritten Beobachtungsrunde hatten wir die Gelegenheit, am Mittagessen teilzunehmen.
Im folgenden Abschnitt werden die beiden Einrichtungen der stationären Altenhilfe detaillierter vorgestellt. In weiteren Abschnitten werden wir uns mit den Befragungspersonen, deren Auswahl und der Datenerhebung näher beschäftigen.

